Gegen „Sexualisierung“ und „Pornofizierung“
wendet sich ein Manifest, das von kirchennahen Kreisen in den Niederlanden herausgegeben wurde. Angeblich mehr als 10.000 Menschen hätten es bereits unterzeichnet, wie die Initiatorin, die Literaturwissenschaftlerin Stine Jensen behauptet.
Interessant ist weniger, wie Frau Jensen die Sache sieht, sondern viel mehr, dass sich feministische, sozialdemokratische und klerikale Kreise zusammengefunden haben, um das Bild der Frau in der Öffentlichkeit zurecht zurücken.
Die Tricks sind dabei aus der Mottenkiste: Immer wieder werden die 60er Jahre strapaziert, in der hauptsächlich „die Sexwünsche der Männer“ berücksichtigt worden wären – und schließlich werden die Medien bezichtigt, am „falschen Frauenbild“ kräftig mitgestrickt zu heben.
Was es ist? Zunächst einmal eine Kampfansage an das eigene Geschlecht – also an Frauen, die anders leben wollen – und letztendlich eine Beleidigung aller Frauen: Wenn man die Medien durch „Kampagnen“ in die Knie zwingen will, kann dies nur bedeuten, dass Frauen keine Medienmacht zugebilligt wird.
Letztendlich aber zeigt sich, wie gefährlich die Verbindung von Sozialdemokratie, Feminismus und klerikalen Kräften für die liberale Gesellschaft ist: Schon
duckt sich die niederländische Medienwelt unter der Gutmenschenkampagne.