Die Bürgersöhnchen und besseren Töchter sind ja seit 1968 massenhaft in die SPD gegangen – und mit ihnen offenbar auch die Doppelmoral, wie sich jetzt am Beispiel einer 50-jährigen Kandidatin Birgit Auras zeigte. Die Dame wollte für die SPD nämlich in das Kommunalparlament des Schleswig-Holsteinischen Städtchens Neustadt zur Wahl stellen – doch nun musste sie zurückziehen, weil ihr die Spießer auf den Fersen waren: Ausgerechnet ein 20-Jähriger wollte mit Frau Auras nicht auf einer gemeinsamen Kandidatenliste stehen.
Was hat nun die Frau Auras so schlimmes getrieben? Ist sie mit einem DKP- oder KPD-Mann verheiratet? Nun, wie haben ja gerade erfahren, dass eigentlich nichts gegen neue Linksbündnisse der SPD mit den Heilsbringern Ost spricht, doch das ist es nicht. Es ist – man bedenke – ein Foto, auf dem die Dame ihre nackten Schenkel zeigt. Das war den Damen und Herren der SPD wohl schon zu erotisch.
Wundersam, kann man dazu nur sagen – vor allem, wenn man, wie die SPD-Ortsvereinsvorsitzende Margit Giszas, sich auch persönlich zur biederen Lebensart bekennt:
Laut WELT war sie der Meinung, dass „freizügigen Fotos nicht mit einer politischen Tätigkeit vereinbar seien“.
Wie bitte? Muss jede SPD-Kandidatin nun durch eine Moralprüfung nach dem Muster der Frau Giszas gehen? Was denkt sich diese Partei eigentlich, solche Kriterien anzulegen? Im welcher Zeit leben diese SPD-Leute denn eigentlich?
Erstaunlich – die „ewig Gestrigen“ hatte ich immer in der Konkurrenzpartei vermutet. Vielleicht sollte die SPD ihren Namen ändern? Das „S“ könnte dann für „Spießer“ stehen.
Gleichlautend bei Wortwechsler