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Kommt die alte Prüderie zurück?

Donnerstag, 17. April 2008 12:03 berufskonservative moralist Kommentare (0)

Ein deutsches Oberlandesgericht hat in einem Rechtsstreit offenbar die „neue Moral“ sehr ernst genommen und sie so ausgelegt, dass aus „Gründen des Kinder- und Jugendschutzes“ die Anzeigen für sexuelle Dienstleitungen „zurückhaltend“ formuliert sein müssten.

Wie weit man sich zurückhalten muss, wurde zwar noch nicht völlig klar, aber immerhin wurde aus Presseinformationen deutlich, dass „detaillierte“ Leistungsbeschreibungen sowie Zeit- und Preisangaben nicht an die Öffentlichkeit gehörten.

Wie es scheint, wird die „neue Prüderie“ jetzt bei Gericht außerordentlich ernst genommen – und die Anzeigen werden dann wohl wieder so aussehen:

„Wer leiht junger, schöner Frau, 23, BH DD, 200 Euro? Rückzahlung nach individueller Vereinbarung durch BV oder OV (mehrfach), kein GV oder AV.“

Verstanden? So machte man es früher – und wie man sieht, kommen die alten Zeiten möglicherweise durchaus zurück.

Moralinsaures aus den USA: Mädchen werden versext

Sonntag, 16. Dezember 2007 10:28 berufskonservative moralist Kommentare (0)

Wer heute schreibt, sollte am Besten diese Regel beachten: Irgendeine hirnlose, aber populäre Tendenz aufzugreifen und damit reichlich Kohle zu machen.

Diesmal ist es Carol Platt Liebau – eine führende US-Kommentatorin und eine rundum erfolgreiche Frau. Ihre Botschaft ist so einfach gestrickt, dass einem die Kinnlade herunterfallen könnte, denn sie sagt kaum mehr als „all die Medien verkaufen Mädchen die falsche Botschaft – schön und sexy zu sein“. Weil es so schön ist, simpel zu sein, werden dann auch gleich noch ein paar Frauen dazu geliefert, bei denen dies angeblich so ist: „Paris Hilton, Christina Aguilera und Britney Spears“. Der Titel des Buches ist bezeichnend: „Prude - How The Sex-Obsessed Culture Damages Girls“.

Es ist die alte Masche: Die Medien sind schuld, vor allem bestimmte Medien, die junge Mädchen dazu treiben, sexy zu sein und dann auch Sex zu zelebrieren – was die Dame natürlich für völlig falsch hält.

„Diese Mädchen leben in einer antifeministischen Umgebung, in der Mädchen damit konkurrieren, wie willig sie für Jungen in sexueller Hinsicht sind – und diese Übersexualisierung fordert seinen Zoll von den Mädchen.“

Wenn man mal den populistischen Zusatz „antifeministisch“ weglässt, hätten dass auch schon die Edelmoralistinnen in den 50-er, 60-er und 70-er Jahre sagen können – alles schon mal gehört und hundertfach wiedergekäut – mal war Elvis Presley durch den Hüftschwung der Schänder der Jugend, mal war es Brigitte Bardot durch den kindlichen Sex, den sie am Anfang ihrer Karriere ausstrahlte. Mal war es TWEN, mal war es BRAVO, mal „Schuschmu“ (Schund- und Schmutzliteratur), mal die Sofortbildkamera und heute sind es eben mal wieder “die Medien“.

Natürlich schielt Frau Liebau in den USA auf ein ganz bestimmtes Publikum, das solchen Sätzen ohne jeden Zweifel zujubeln wird. Ein Brite sah dies kühler: Zwar sagte auch der Psychologe Phillip Hodson, dass die Medien für die Popularität von Äußerlichkeiten mitverantwortlich wären, aber er sagte auch: „Die Natur will, dass wir uns fortpflanzen – also ist Sexualität immer vorhanden. Ist es falsch, intelligent zu sein und dennoch auf das Äußere zu achten?“

Eine ander Frage muss natürlich erlaubt sein – aber sie gilt für manche Berufe: „Wenn man nur seine Sexualität verkauft, was macht man dann, wenn man seine Schönheit verliert?“

Gute Frage. Meine Antwort: Dann nutzt man seien Intelligenz.

(Parallel in: „Liebepur“, „Ich schreibe für Sie“ und dem „Moralinblog“

Zitate aus dieser Quelle.
Tags für diesen Artikel: berufskonservative, keuschheitserziehung, psychologie, sex

Soldaten haben mehr Moral als der deutsche Verteidigungsminister

Montag, 17. September 2007 18:45 berufskonservative moralist Kommentare (0)

Das Wunder in Deutschland: es gibt noch Menschen mit fest verwurzelten moralischen Vorstellungen – und zwar dort, wo man sie nicht unbedingt vermuten würde: Bei der deutschen Bundeswehr, genau genommen bei deren Luftstreitkräften. Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes riet im Fall des Auftrags, eine Passagiermaschine abzuschießen, zur Befehlsverweigerung – und stütz sich dabei auf das Soldatengesetz.

Jeder Rekrut lernt, dass er solche Befehle verweigern kann – warum weiß es eigentlich der deutsche Verteidigungsminister nicht? Er sollte es wissen – schließlich leistete er selber einmal Wehrdienst.

CDU = Katholizismus = Christenstaat?

Sonntag, 9. September 2007 12:23 berufskonservative moralist Kommentare (0)

Die CDU lässt nichts unversucht, um Ihr Bekenntnis zum Katholizismus deutlich zu machen. Geht es nach ihrem Willen, sollen bald in allen staatlichen Schulen in Deutschland Kruzifixe hängen.

Diese Meinung vertritt nicht irgendein Hinterbänkler, sondern der Generalsekretär der deutschen CDU, Herr Pofalla.

Gleichwohl meinte derselbe Herr Pofalla, seine Partei sei „offen für jeden, der die Würde und die Freiheit aller Menschen anerkennt“. Atheisten und Agnostiker sowie Humanisten müsste dann ideale CDU-Wähler sein. Aber mit dem Kreuz vor der Nase, dem Symbol der römischen und leider auch der evangelischen Amtskirche?

Selbst Christen sind nicht alle der Meinung, dass der Gekreuzigte das Adäquate Symbol für die Religion ist. Die Erneuerung und Versöhnung ging nach ihrer Meinung von Jesu Worten aus, nicht von seinem Kreuzestod – und ihr Symbol ist nach wie vor der Fisch, das alte Symbol für das Leben und das neue Symbol für die Religion, die Petrus, der Menschenfischer, nach Rom brachte.

Konservative „Werte“ und die Unionschristen

Montag, 3. September 2007 12:43 berufskonservative moralist Kommentare (0)

Die „deutsche Leitkultur“ stirb als Begriff nicht aus – dafür sorgt schon die CSU. Neu ist, das ein „Bekenntnis zur deutschen Fahne als Grundlage des Zusammenlebens der in Deutschland lebenden Ausländer“ gefordert wird.

Europa als kultureller Wertbegriff zählt offenbar nicht bei den Unionschristen – es muss offenbar unbedingt das Deutschtümeln sein, das verbindet.

Ideologie im Biologieunterricht – mit Hilfe der deutschen CDU

Sonntag, 2. September 2007 17:01 berufskonservative moralist Kommentare (0)

Interessierte Kreise im deutschsprachigen Raum, insbesondere im deutschen Bundesland Hessen und in der Schweiz, wollen einer Ideologie Raum im Biologieunterricht verschaffen: Die so genannte „biblische Schöpfungslehre“ (man beachte das Wort „Lehre“!) soll „gleichberechtigt“ neben der naturwissenschaftlichen Forschung stehen.

Das Ganze ist so lächerlich, dass man sich fragt, ob man die hessische CDU und ihre Kultusministerin Karin Wolff überhaupt noch ernst nehmen darf – und warum sich das Volk in Hessen nicht mit aller Macht gegen diesen Unsinn auflehnt.

Ferner wird man die Frage stellen müssen, wann Astrologie (die in Deutschland leider eine beachtliche Anhängerschaft hat) „gleichberechtigt“ neben der physikalischen Forschung stehen soll, damit „Grenzen naturwissenschaftlicher Erkenntnis … und philosophische Fragen nach dem Sinn der Existenz eine Rolle spielen sollten“.
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