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Mindestlöhne zu Gunsten aller?

Dienstag, 2. September 2008 17:24 gutmenschen moralist Kommentare (0)

Janusgesichtige Gutmenschen – 2. Teil

Über Mindestlöhne kann man streiten bis zum Erbrechen – vor allem in Deutschland. Denn im reichen EU-Land geht es nicht um das Auskommen mit dem Einkommen, sondern weitgehend um Ideologien, die hinter dem Stichwort „soziale Gerechtigkeit“ getarnt werden.

10 Euro Mindestlohn – genau dieser Betrag wird von sogenannten „Initiativen“ gefordert - für eine einfache Arbeit sind nun zwar kein fürstlicher Lohn – aber dennoch viel Geld, wenn man sie bezahlen soll. Rechnet man einmal hoch, was bei einem 174-Stunden-Monat herauskommt. So landet man immerhin bei einem Betrag von 1740 Euro.

Die Gutmenschen allerdings rechnen nicht so, sondern anders: Sie meinen, dass ein einziger Job (und ein einziges Gehalt) den Lebensunterhalt in jedem Fall finanzieren müssen, ja, sie beharren in Gesprächen darauf, dass dies ein unabdingbares Menschenrecht sei. Diese Leute haben weder eine Ahnung von Betriebswirtschaft noch waren sie jemals Unternehmer, die auch nur einen einzigen Mitarbeiter beschäftigten – und sie können sich nicht einmal im Mindesten vorstellen, wie schwer es für Gewerbetreibende mitunter ist, den erforderlichen Umsatz zu erzielen und den Gewinn einzufahren, um Löhne in dieser Höhe auf Dauer zahlen zu können.

Der größte Unsinn dabei ist aber, dass es mit dem künstlichen Hochpuschen der Löhne immer unattraktiver für Menschen wird, sich selbstständig zu machen – wenn man mit dem Mindestlohn ein Einkommen erzielen kann, das bei Weitem über dem zu erwartenden Einkommen aus einer neuen Selbstständigkeit resultiert - ja, warum denn eigentlich selbstständig?

Lassen sie es mich einmal so sagen: Kaum ein freier Schiftsteller oder Journalist verdient freiberuflich die 2500 Euro, die er als Äquivalent für die selbstständige Tätigkeit erzielen müsste – schließlich muss er selbst für die Altersvorsorge und die Krankenversicherung sorgen und sich einen Urlaubsanteil zur Seite legen. Doch das will keiner dieser janusgesichtigen Gutmenschen wissen, die den Mindestlohn fordern – sie sehen nur, was ihre typische Klientel ihnen vorheult – und Selbstständige heulen sich nun mal nicht bei Hilfswerken aus.

Zudem wir der Abstand bei 10 Euro Mindestlohn zu einem Gehalt von 2000 Euro schon merklich abgeschwächt – und dafür muss man sich schon ganz schön anstrengen, von höheren Gehältern einmal ganz abgesehen.

Mein Fazit: Mindestlohn ja – bei etwa sechs bis sieben Euro wäre Deutschland da ganz gut aufgestellt – aber die gegenwärtigen Fantasievorstellungen überwiegend linker und klerikaler Zeitgenossen, man könne mal so einfach 10 Euro hinblättern, entbehrt jeder Grundlage – es kommt sozialistischer Gleichmacherei schon sehr nahe.

Ich habe gerade vor einiger Zeit einen dieser Leute gefragt, wie er es den „sozial gerecht“ vertreten will, dass ein Selbstständiger mit 60-Stunden-Woche am Ende weniger in der Tasche hat als ein Mindestlohnempfänger. Seine Antwort: „Da muss man eben eine andere Lösung finden“. Sehr richtig – eine andere Lösung als überhöhte Mindestlöhne – aber das hatte er nicht gemeint.
Tags für diesen Artikel: gesellschaft, gutmenschen

Guter Ausländer - böser Ausländer aus Gutmenschensicht

Montag, 25. August 2008 14:21 gutmenschen moralist Kommentare (0)

Janusgesichtige Gutmenschen – 1. Teil

Ausländer sind gut, solange sie nicht in die Wirtschaft eindringen. Das sagt der Gutmensch nicht, aber er denkt es. Flüchtlinge zum Beispiel, gleich, welche Motive sie in die EU führten, sind Fremde, die das Gastrecht in Anspruch nehmen und gegebenenfalls auch strapazieren können.

Demgegenüber stehen Unternehmer aus osteuropäischen EU-Ländern, denen man unterstellt, sie würden dem Deutschen den Lohn rauben. Das sind dann eben die „schlechten“ Ausländer, auch wenn sie gar keine sind – den Unterschied zwischen einem EU-Inländer und einem Ausländer machen Sie ohnehin keinem Deutschen klar – und einem Gutmenschen schon gar nicht.

Gute Ausländer – böse Ausländer. Typisch ist das (im Übrigen Vergebliche) bemühen der Bundesregierung, qualifizierte Ausländer als Programmierer und Ingenieure zu gewinnen. Nicht nur die Christdemokratie („Kinder statt Inder“) sondern auch die Gutmenschenfamilie, mit der ich jüngst sprach, war der Meinung, dass man nur die deutschen Mädchen und Jungs darin ausbilden müsste – dann würden sie es ja können und die Inder überflüssig machen. Ohne böswillig werden zu wollen: „Ausländer nicht rein“ klingt eben besser als „Ausländer raus“.

Ich habe hier wirklich keine Lust, der Gutmenschenschaft zu erklären, warum aus einem Arbeitslosen mit sogenannten „Programmierkursen“ kein Programmierer wird. Aber vielleicht erkennt wenigstens ein Geistlicher noch, dass aus einem Arbeitslosen mit Bibelkurs kein Pfarrer wird.

Im Übrigen waren die Befürchtungen der Gutmenschenfamilie ohnehin gegenstandslos sind: Die Jungs aus Indien und Pakistan gehen lieber gleich in die USA oder in ein anderes EU-Land, das sie freundlicher aufnimmt als Deutschland – und schaffen dort im Übrigen nach kurzer Zeit auch selber Arbeitsplätze für Inländer.
Tags für diesen Artikel: freiheit, gesellschaft, gutmenschen, wirtschaft
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