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Gutmenschen: EU-Abgeordnete gegen Hotelhuren

Mittwoch, 15. Oktober 2008 18:43 gutmenschen moralist Kommentare (0)

Manche EU-Abgeordnete haben, wie es scheint, zuviel Zeit: Gerade hat eine skandinavische Gutmenschengruppe gefordert, dass Hotels "eine Garantiererklärung, (abgeben sollten), die den Besuch von Prostituierten auf den Zimmern ausschließt". Vorläufig wollen die Damen und Herren Gutmenschen dies nur für Straßburg erreichen - aber das kann sich ja noch ändern.

Wie das in der Praxis geschehen soll, fragen sich nicht nur die Hoteliers in Straßburg. Vorläufig sieht es aber nicht so aus, als würden die Hoteliers einknicken - und überhaupt - wie will sich eigentlich in Zukunft eine Besucherin als Nicht-Hure oder ein Besucher als Nicht-Stricher ausweisen?

Quelle: WELT.
Tags für diesen Artikel: emanzipation, extremfeministinnen, frauen, freiheit, gutmenschen, huren, menschenrechte

Hilft Populismus den Armen?

Dienstag, 14. Oktober 2008 16:47 gutmenschen moralist Kommentare (0)

Es ist wirklich zum Jammern: Eine Organisation drängt mit einem Anliegen in den Vordergrund, das jeder im Grunde genommen unterstützen würde, geht die Sache aber so populistisch an, dass es schon wieder peinlich wird.

Die Rede ist von Ingeborg Schäuble, der Vorstandsvorsitzende der Welthungerhilfe, die sich laut einem Bericht des Spiegel einen Seitenhieb auf den Kapitalismus nicht verkneifen konnte: „Im Gegensatz zu den Banken sind sie (die Armen) nicht selbst schuld an ihrer Misere".

Das stimmt sicherlich – nur setzt es falsche Signale. Denn den Banken wird vor allem geholfen, damit nicht noch mehr Menschen in Not und Elend geraten – während der Hunger in der Welt vielfältige Ursachen hat, die nicht alleine durch ein Zusammenwachsen der Staaten beseitigt werden können, wie Frau Schäuble unterstellt. Die Welt braucht nämlich im Grunde kein globales Rettungspaket gegen den Welthunger – sondern zunächst einsichtige lokale Regierungen, die sinnvolle Hilfe und Selbsthilfe zulassen und fördern und bereit sind, ihre zerrütteten Wirtschaftssysteme endlich wieder zu entideologisieren.



Tags für diesen Artikel: gutmenschen, menschenrechte, sozialfantasten, wirtschaft

Mindestlöhne zu Gunsten aller?

Dienstag, 2. September 2008 17:24 gutmenschen moralist Kommentare (0)

Janusgesichtige Gutmenschen – 2. Teil

Über Mindestlöhne kann man streiten bis zum Erbrechen – vor allem in Deutschland. Denn im reichen EU-Land geht es nicht um das Auskommen mit dem Einkommen, sondern weitgehend um Ideologien, die hinter dem Stichwort „soziale Gerechtigkeit“ getarnt werden.

10 Euro Mindestlohn – genau dieser Betrag wird von sogenannten „Initiativen“ gefordert - für eine einfache Arbeit sind nun zwar kein fürstlicher Lohn – aber dennoch viel Geld, wenn man sie bezahlen soll. Rechnet man einmal hoch, was bei einem 174-Stunden-Monat herauskommt. So landet man immerhin bei einem Betrag von 1740 Euro.

Die Gutmenschen allerdings rechnen nicht so, sondern anders: Sie meinen, dass ein einziger Job (und ein einziges Gehalt) den Lebensunterhalt in jedem Fall finanzieren müssen, ja, sie beharren in Gesprächen darauf, dass dies ein unabdingbares Menschenrecht sei. Diese Leute haben weder eine Ahnung von Betriebswirtschaft noch waren sie jemals Unternehmer, die auch nur einen einzigen Mitarbeiter beschäftigten – und sie können sich nicht einmal im Mindesten vorstellen, wie schwer es für Gewerbetreibende mitunter ist, den erforderlichen Umsatz zu erzielen und den Gewinn einzufahren, um Löhne in dieser Höhe auf Dauer zahlen zu können.

Der größte Unsinn dabei ist aber, dass es mit dem künstlichen Hochpuschen der Löhne immer unattraktiver für Menschen wird, sich selbstständig zu machen – wenn man mit dem Mindestlohn ein Einkommen erzielen kann, das bei Weitem über dem zu erwartenden Einkommen aus einer neuen Selbstständigkeit resultiert - ja, warum denn eigentlich selbstständig?

Lassen sie es mich einmal so sagen: Kaum ein freier Schiftsteller oder Journalist verdient freiberuflich die 2500 Euro, die er als Äquivalent für die selbstständige Tätigkeit erzielen müsste – schließlich muss er selbst für die Altersvorsorge und die Krankenversicherung sorgen und sich einen Urlaubsanteil zur Seite legen. Doch das will keiner dieser janusgesichtigen Gutmenschen wissen, die den Mindestlohn fordern – sie sehen nur, was ihre typische Klientel ihnen vorheult – und Selbstständige heulen sich nun mal nicht bei Hilfswerken aus.

Zudem wir der Abstand bei 10 Euro Mindestlohn zu einem Gehalt von 2000 Euro schon merklich abgeschwächt – und dafür muss man sich schon ganz schön anstrengen, von höheren Gehältern einmal ganz abgesehen.

Mein Fazit: Mindestlohn ja – bei etwa sechs bis sieben Euro wäre Deutschland da ganz gut aufgestellt – aber die gegenwärtigen Fantasievorstellungen überwiegend linker und klerikaler Zeitgenossen, man könne mal so einfach 10 Euro hinblättern, entbehrt jeder Grundlage – es kommt sozialistischer Gleichmacherei schon sehr nahe.

Ich habe gerade vor einiger Zeit einen dieser Leute gefragt, wie er es den „sozial gerecht“ vertreten will, dass ein Selbstständiger mit 60-Stunden-Woche am Ende weniger in der Tasche hat als ein Mindestlohnempfänger. Seine Antwort: „Da muss man eben eine andere Lösung finden“. Sehr richtig – eine andere Lösung als überhöhte Mindestlöhne – aber das hatte er nicht gemeint.
Tags für diesen Artikel: gesellschaft, gutmenschen

Guter Ausländer - böser Ausländer aus Gutmenschensicht

Montag, 25. August 2008 14:21 gutmenschen moralist Kommentare (0)

Janusgesichtige Gutmenschen – 1. Teil

Ausländer sind gut, solange sie nicht in die Wirtschaft eindringen. Das sagt der Gutmensch nicht, aber er denkt es. Flüchtlinge zum Beispiel, gleich, welche Motive sie in die EU führten, sind Fremde, die das Gastrecht in Anspruch nehmen und gegebenenfalls auch strapazieren können.

Demgegenüber stehen Unternehmer aus osteuropäischen EU-Ländern, denen man unterstellt, sie würden dem Deutschen den Lohn rauben. Das sind dann eben die „schlechten“ Ausländer, auch wenn sie gar keine sind – den Unterschied zwischen einem EU-Inländer und einem Ausländer machen Sie ohnehin keinem Deutschen klar – und einem Gutmenschen schon gar nicht.

Gute Ausländer – böse Ausländer. Typisch ist das (im Übrigen Vergebliche) bemühen der Bundesregierung, qualifizierte Ausländer als Programmierer und Ingenieure zu gewinnen. Nicht nur die Christdemokratie („Kinder statt Inder“) sondern auch die Gutmenschenfamilie, mit der ich jüngst sprach, war der Meinung, dass man nur die deutschen Mädchen und Jungs darin ausbilden müsste – dann würden sie es ja können und die Inder überflüssig machen. Ohne böswillig werden zu wollen: „Ausländer nicht rein“ klingt eben besser als „Ausländer raus“.

Ich habe hier wirklich keine Lust, der Gutmenschenschaft zu erklären, warum aus einem Arbeitslosen mit sogenannten „Programmierkursen“ kein Programmierer wird. Aber vielleicht erkennt wenigstens ein Geistlicher noch, dass aus einem Arbeitslosen mit Bibelkurs kein Pfarrer wird.

Im Übrigen waren die Befürchtungen der Gutmenschenfamilie ohnehin gegenstandslos sind: Die Jungs aus Indien und Pakistan gehen lieber gleich in die USA oder in ein anderes EU-Land, das sie freundlicher aufnimmt als Deutschland – und schaffen dort im Übrigen nach kurzer Zeit auch selber Arbeitsplätze für Inländer.
Tags für diesen Artikel: freiheit, gesellschaft, gutmenschen, wirtschaft

Schaum vor dem Mund wegen Morning-After-Pill

Mittwoch, 19. Dezember 2007 13:42 gutmenschen moralist Kommentare (0)

Teenager können kaum etwas weniger gebrauchen als unerwünschte Schwangerschaften – und die Dummbacken unter ihnen, die im rauschigen Zustand von Alkoholfüllung einerseits und Spermienfüllung andererseits schwanger geworden sind haben ein Recht darauf, dass ihnen geholfen wird – und zwar rechtzeitig.

Das ist natürlich auch im Vereinigten Königreich umstritten, wo Minderjährige durchaus die „Pille danach“ bekommen können – ohne großes Brimborium.

Den Gutmenschen steht inzwischen der Schaum schon deutlich sichtbar vor dem Mund: Dumme Sprüche statt schneller Hilfe: „Wir sollten als Gesellschaft die jungen Menschen ermutigen und drängen, „nein“ zum Sex zu sagen, bis sie alt genug für eine Beziehung in Liebe sind“. Natürlich sollten wir das – aber wir müssen uns auch klar sein, dass die Jugend nicht tut, was wir sagen. Das ist typisch Gutmenschen: Die höchsten Normen ansetzen, aber im Fall der Not nichts als Sprüche im Mund zu haben. Doch wie fast alle Gutmenschen will man auch im UK nicht sagen, dass einem eigentlich die liberale und demokratische Gesellschaftsordnung miss fällt – und dann heißt es eben, so etwas sei „ethisch falsch“ – und weil „ethisch meist nicht gut ankommt, wird „medizinisch“ noch nachgereicht. Nur eines beachten die Falschmoralprediger wieder mal nicht – wenn es nötig ist, dann gehört die Beratung und Konsultation in ein medizinisches Konzept, das zu jeder Stunde greifbar ist – und nicht in einen religiösen Sinnzusammenhang.
Tags für diesen Artikel: gutmenschen, keuschheitserziehung, kirche, mädchen, sex
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