Es ist wirklich zum Jammern: Eine Organisation drängt mit einem Anliegen in den Vordergrund, das jeder im Grunde genommen unterstützen würde, geht die Sache aber so populistisch an, dass es schon wieder peinlich wird.
Die Rede ist von
Ingeborg Schäuble, der Vorstandsvorsitzende der Welthungerhilfe, die sich laut einem
Bericht des Spiegel einen Seitenhieb auf den Kapitalismus nicht verkneifen konnte: „Im Gegensatz zu den Banken sind sie (die Armen) nicht selbst schuld an ihrer Misere".
Das stimmt sicherlich – nur setzt es falsche Signale. Denn den Banken wird vor allem geholfen, damit nicht noch mehr Menschen in Not und Elend geraten – während der Hunger in der Welt vielfältige Ursachen hat, die nicht alleine durch ein Zusammenwachsen der Staaten beseitigt werden können, wie Frau Schäuble unterstellt. Die Welt braucht nämlich im Grunde kein globales Rettungspaket gegen den Welthunger – sondern zunächst einsichtige lokale Regierungen, die sinnvolle Hilfe und Selbsthilfe zulassen und fördern und bereit sind, ihre zerrütteten Wirtschaftssysteme endlich wieder zu entideologisieren.